Schichtarbeit und Fußball…

Frühschicht, Spätschicht, das kann einen Tagesablauf ganz schön durcheinander bringen. Der Rhythmuswechsel ist gewöhnungsbedürftig, manche kommen nur schwer oder gar nicht damit klar. Für sportliche Leistungen, die zudem regelmäßiges Training voraus setzen, ist diese Art der Arbeit extrem kontraproduktiv.

Betroffen davon ist z.B. André Ay, Spieler beim Bezirksligisten SV Rülzheim.

André, du arbeitest bei Daimler in Früh- und Spätschicht. Wie wirkt sich das auf deinen Sport aus?

André Ay: Das ist schwierig. Für die Frühschicht muss ich kurz nach 4 Uhr aufstehen, da ist man nach Feierabend den Rest des Tages kaputt. Wenn ich Spätschicht habe, kann ich nicht ins Mannschaftstraining gehen.

Jetzt im Ligaspiel gegen Queichhambach wurdest du eingewechselt. Wie beurteilst du deine eigene Leistung?

André Ay: Dazu muss ich sagen, dass ich 3 Wochen verletzt war und dann Spätschicht hatte, ich konnte also 4 Wochen nicht trainieren. In der Woche vor dem Queichhambachspiel hatte ich Frühschicht und somit 1 Woche Training. Eine optimale Leistung ist da nicht möglich.

Foto: André Ay kurz vor seiner Einwechslung im Spiel gegen VTG Queichhambach
André Ay

Konkret gefragt, was sollte oder müsste sich für dich ändern?

André Ay: Ich bin ja erst 23 und möchte eigentlich auf dem Platz gute oder besser gesagt, wieder bessere Leistungen bringen. Optimale Verfassung vorausgesetzt, denke ich schon, dass ich in der Landesliga oder in der Verbandsliga Fuß fassen könnte.

Und wie soll das vor sich gehen?

André Ay: Grundsätzlich bin ich zufrieden mit meinem Job bei Daimler. Allerdings würde ich gerne weg von der Schichtarbeit. Beim SV Rülzheim hat das bisher leider nicht geklappt. Wenn sich da ein Verein bereit erklären würde mir zu helfen, wäre ich auf jeden Fall gesprächsbereit. Die Klasse spielt in der Hinsicht eine untergeordnete Rolle. Ich würde z.B. auch bei einem ambitionierten Kreisligaverein spielen.

Nochmal zurück zum Sportlichen. Seit Jahren wirst du in der Abwehr eingesetzt. Aufgrund deiner Voraussetzungen, körperlich wie technisch und angesichts deines guten Schuss` sehe ich persönlich dich eher im offensiven Bereich, genau gesagt, auf der Mittelstürmerposition.

André Ay: Ja gut, bis zur B-Jugend war ich Mittelstürmer, bis mich ein Trainer dann wegen guter Leistungen in die Abwehr beordert hat – um hinten abzusichern. Auch als Abwehrspieler habe ich einige Tore geschossen. So gesehen, ist es durchaus denkbar für mich als Stürmer eingesetzt zu werden.

Zusammenfassend kann man sagen, dass du dir für kommende Saison einen Verein wünschst, der dir hilft von der Schichtarbeit weg zu kommen und dem du dann in entsprechend guter Verfassung helfen kannst, sportlich weiter zu kommen!?

André Ay: Ja, ich bin ehrgeizig, hab auch während der Spätschicht mehrmals pro Woche gejoggt oder war im Fitnessstudio, aber ein geregeltes Training, das nur mit normalen Arbeitszeiten möglich ist, kann dadurch nicht ersetzt werden.

André, danke für das Gespräch und viel Glück für kommende Saison.

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